Quicksilver Activ 505 Open

Die kleinste Open der Marke Quicksilver, die 5,07 m lange Activ, bietet Sitzgelegenheiten für alle fünf zugelassenen Passagiere. Die Werft empfiehlt als Fahrgebiet küstennahe Gewässer (CE-Kategorie C). Am Fahrstand findet neben dem Skipper noch ein Beifahrer ausreichend Platz. Die Polsterung (optional)der Sitzbank ist straff und gewährleistet so auf längeren Touren guten Sitzkomfort. Als Rückenlehne dient ein verstellbarer und gepolsterter Bügel, den man in der vordersten Stellung im Stehen als Sitzlehne nutzt. Vor Wind und Spritzwasser schützt Fahrer und Beifahrer eine ungetönte Kunststoffscheibe, die in einem Edelstahlrahmen eingefasst ist. Letzteren nutzt die Begleitung bei Kabbelwasser als Haltegriff. Im Heck des Sportbootes hat der Designer eine über die gesamte Breite gehende Sitzbank mit Tisch untergebracht. Stauraum befindet sich unter der Sitzfläche, und vom Bug aus erreicht man zwei weitere Staumöglichkeiten. Anker und Leinen haben unter der Bugsitzgelegenheit Platz.

Eine Kassetten-Toilette bringt man in der Centerkonsole ohne Probleme unter; die große Klappe wird von zwei Gasdruckdämpfern offen gehalten. Zur Passform wurde uns seitens der Werft gesagt, dass diese noch verbessert wird. Ansonsten sind die GFK-Arbeiten bis auf kleinere Stellen ohne Schutzanstrich gut ausgeführt. Gleiches gilt für die Installation des Motors, Lenkung, Instrumente und Schaltung. Alles lässt sich gut bedienen und ablesen. Für den Straßentransport braucht der Trailerkapitän einen gebremsten Anhänger der 1000-kg-Klasse, denn die 505 Open wiegt mit Motor, Kraftstoff und Ausstattung schnell 900 kg. Bei einer Breite von 2,12 m braucht man keine Sondergenehmigung für den Straßentransport. Angeboten wird unser Testboot mit Langschaft-Außenbordmotoren der 50- und 60-PS-Klasse. Wir fahren mit der Maximalmotorisierung, einem 60 PS starken Viertakter. In langsamer Verdrängerfahrt mit 1500/min oder rund 8 km/h läuft der Rumpf kursstabil. Dabei krängt die Quicksilver zum Gewichtsschwerpunkt. Ab etwa 2500/min ist diese Phase so gut wie überwunden, das Boot läuft nahezu unbeirrt geradeaus, verursacht jedoch starke Wellenbildung, sodass man für Kanalfahrten diese Fahrstellung meiden sollte. Rund 500/min später bei 3000/min erreicht die Quicksilver die Übergangsphase.

Diese ist bei 4000/min abgeschlossen. Jetzt fährt die 505 Open fast 29 km/h und bewegt sich mit einem Verbrauch von 0,36 l/km im wirtschaftlichsten Drehzahlbereich. In dieser Fahrsituation reicht die 50-lTankfüllung für 119 km, bevor man die 15-%-Reserve anbricht. Um 6 km geringer fällt die Entfernung bei der maximalen Geschwindigkeit von 49,1 km/h aus. In diesem Fall messen wir ein Fahrgeräusch von 86 dB/A am Fahrstand. Mit 79 dB/A, bei wirtschaftlicher Fahrt, liegt der Wert knapp unter der BOOTE Komfortgrenze. Extremmanöver absolviert das Boot ohne viel Aufhebens. Es bleibt in Spiralkurven, mit ans Heck getrimmtem Motor, lange in Gleitfahrt, bis der Rumpf sich auf Verdrängerfahrt abbremst. Im selben Moment ventiliert schließlich der Propeller, sodass man wieder neu anfahren muss. Lenkt man die Quicksilver in einen Slalomkurs, erfolgt ungefährliches, minimales Kippen über die Längsachse. Für Sicherheit an Bord sorgen eine durchgehende Anti-SlipStruktur sowie zahlreiche Haltegriffe, ein Feuerlöscher und das selbstlenzende Cockpit. Fazit: Das Konzept der Quicksilver Activ 505 Open scheint aus unserer Sicht aufzugehen: Paare mit drei Kindern oder befreundete Crews mit bis zu fünf Mitgliedern haben gut Platz an Bord. Negativ ist anzumerken, dass Polster und Cockpittisch 800 Euro Aufpreis kosten. (aus Boote, Heft 11 2012)

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