Quicksilver Activ 595 Cruiser

Die Boote von Quicksilver sind für ihr faires Preis-Leistungs-Verhältnis und pfiffige Konzepte bekannt. Dabei hat die Marke, die dem US-Mischkonzern Brunswick angehört, bei der Verarbeitungsqualität die Erwartungen der Kunden nicht immer erfüllt. Doch solche Unebenheiten gehören der Vergangenheit an, wie die Auszeichnungen für die Modelle 645 und 705 Cruiser zeigen, die 2012 bzw. 2013 mit dem britischen "Motor Boat of the Year Award" ausgezeichnet wurden. Ob die kleinere Activ 595 Cruiser in dieser Tonart weitermacht, soll unser Test zeigen. Es handelt sich dabei um das Einstiegsmodell der Serie, das bei seiner Vorstellung 2013 noch Activ 595 Cabin genannt wurde.

Komplett nur mit Zusatzausstattung
Durch die Schlupfkabine eignet sich das Boot für Übernachtungen oder mehrtägige Touren, solange man nicht auf eine Kochgelegenheit an Bord besteht, denn die ist nicht vorgesehen. Da das Gesamtgewicht mit Motor unter 1,2 Tonnen bleibt, steht auch dem Trailertransport zu einem Revier der Wahl nichts im Weg. Damit es aber kein minimalistischer Survival-Urlaub wird, empfiehlt sich das Ausstattungspaket mit der Bezeichnung „Smart Edition“, das für 3.610 Euro in der Preisliste steht. Dazu gehören fast alle erhältlichen Optionen, auf die viele Bootsfreunde wohl schwerlich verzichten möchten: Camperverdeck, Bug-Sonnenpolster, Wasserskimast, 12-Volt-Kühlbox, Cockpit-Dusche, Radio, sowie ein Tisch mit Teakholz-Platte. Die Ersparnis gegenüber dem Einzelkauf beträgt dabei knapp 700 Euro.

Das Cockpit ist gut zugänglich, entweder vom Bug, durch die mittig aufklappbare Windschutzscheibe und die großen einlaminierten Treppenstufen des Niedergang, oder über die Trittstufen am Heckspiegel. Für Fahrer und Beifahrer warten zwei wohlgeformte und gut gepolsterte Schalensitze, die auch zum Stehsitz konvertierbar sind. Positiv aufgefallen sind der serienmäßige Scheibenwischer und der Feuerlöscher, der sich in Griffweite des Bootsführers befindet. Am Instrumententräger ist die Basisinstrumentierung mit Logge und Drehzahlmesser sowie einer Tank- und einer Trimmanzeige eingebaut, wobei auch noch Platz für einen optionalen Kartenplotter vorhanden wäre. Ein 7-Zoll-Multifunktionsdisplay vom Typ Simrad NSS7 evo2 steht beispielsweise mit 1190 Euro in der Liste.

Kompakte Maße gut genutzt
Achtern folgt eine große Sitzbank auf der drei Erwachsene bequem Platz finden. Polster gehören zum Standard ebenso wie der Stauraum darunter. Wenn der Picknicktisch montiert wird, der in der Serienausstattung allerdings nur mit einer Kunststoffplatte versehen ist, entsteht hier gemeinsam mit den drehbaren vorderen Sitzen eine gemütliche Sitzgruppe für gesellige Runden. Tisch und Deck gibt es auf Wunsch übrigens auch mit Teakbelag. Die integrierte Badeplattform am Heck ist zwar nicht lang, erfüllt aber ihren Zweck, zumal sich an Backbord unter einer Klappe eine faltbare Badeleiter befindet.

In die andere Richtung geht es durch ein Luke an der Beifahrerseite in die Bugkabine, die eingenommen wird von einer gepolsterte Liegefläche die 1,90 m lang ist und am Kopfende immerhin noch 1,77 m Breite aufweist. Allemal ausreichend für zwei Personen und vielleicht noch ein Kind. Zum Lüften gibt es ein Oberlicht und zum Lesen am Abend ist die nötige Beleuchtung ebenfalls montiert. Stauraum gibt es ausreichend unter den Liegepolstern und wer will, kann hier auch noch ein Chemie-WC unterbringen. Ein Teil der Körperpflege müsste allerdings nach draußen verlegt werden, etwa zur wahlweise lieferbaren Cockpit-Dusche.

Mehr Power mit neuem Basismotor
Die Quicksilver Activ 595 wird mit Außenbordern von Mercury angetrieben, Antrieben also, die aus dem selben Firmenkonglomerat kommen, wobei am Testboot noch die alte Basismotorisierung in Form eines Merc F100 EFI angeflanscht war. Für das Modelljahr 2015 wurde dieser Antrieb allerdings durch den neuen F 115 EFI ersetzt. Wahlweise ist dieser Motor, der auf einem 2,1-Liter-Reihen-Vierzylinder aufbaut, auch mit dem Command-Thrust-System verfügbar, das mit einem größeren Getriebe und einem anderen Übersetzungsverhältnis arbeitet. Dadurch liegt bei niedrigerer Geschwindigkeit schneller ein höheres Drehmoment an, was beim Wasserskilaufen oder Wakeboarden Vorteile bringt. Wer mehr Leistung schätzt oder benötigt, kann sich auch für einen F150 EFI mit sechs Zylindern und drei Litern Hubraum oder den Verado 150 XL entscheiden, in dem ein 1,75-Liter-Kompressor-Vierzylinder arbeitet. Doch das muss nicht unbedingt sein, denn das Testboot zeigte auch schon mit dem 100-PS-Motor anständige Fahrleistungen.

Flott und sicher unterwegs aufgrund des geringen Gewichts brachte schaffte das Boot damit die Gleitfahrt in nur 4,5 Sekunden bei 13,5 Knoten und 3500 Umdrehungen. Als Spitzengeschwindigkeit wurden 31,5 Knoten ermittelt die aus dem Stand in 16 Sekunden erreicht waren. Das kann sich sehen lassen, wobei der F115 etwas mehr Reserven bietet, vor allem bei hoher Beladung. Wer allerdings auf Spurtstärke Wert legt, ist wohl mit der Spitzenmotorisierung besser bedient bedient. Eine Verbrauchsanzeige war im Testboot nicht verfügbar, doch erfahrungsgemäß sollte der 110-Liter-Einbautank für eine Tagesausfahrt ausreichen, solange nicht durchgehend mit Vollgas gebrettert wird. Bei Kurvenfahrt, die sich dank der serienmäßigen und leichtgängigen Hydrauliklenkung mit minimalem Kraftaufwand einleiten ließ, lag das Boot stets stabil im Wasser, wobei das bemerkenswert hohe Freibord und das rundum geschlossene Cockpit den Passagieren stets das Gefühl von Sicherheit vermittelte, was besonders bei Kindern an Bord willkommen ist. Durch eine Aufkimmung von 19 Grad ging der Rumpf noch einigermaßen weich durch die Wellen.

Leistbar, auch mit Extras
Die Quicksilver Activ 595 Cruiser wird mit dem aktuellen Basisantrieb Mercury F 115 EFI ab 31.050 Euro angeboten. Mehr PS kosten natürlich mehr, wobei das Paket mit dem stärkeren F 150 EFI für 33.950 Euro wohlfeil ist. Wer mehr als nur die Basics wünscht, sollte das erwähnte Ausstattungspaket „Smart Edition“ auf der Zubehörliste (3.610 Euro)ankreuzen. Inklusive Frachtpauschale von 1.100 Euro liegt das Boot mit dem Basisantrieb bei 35.760 Euro, was immer noch günstig ist, zumal dann eigentlich fast alles an Bord sein sollte, was das Eignerherz begehrt. (aus de.boats.com 28.04.2015)

Zurück